Die Entstehungsgeschichte des Vereins
Der Rhosemer Stockriewer e.V. ist ein Verein, dessen Namen aus einer einzigartigen Züchtung von Futterrübensamen der Rheinsheimer Bauern entstanden ist. Früher, als die Bauern arm waren und sich das teure Saatgut nicht leisten konnten, mussten sie den Samen für ihre Futterrüben selbst ziehen. Während des Winters wurden die größten und schönsten Rüben im dunklen Keller gelagert. Dort keimten sie und trieben junge Blätter aus. Im Frühjahr wurden diese dann ausgepflanzt, wobei sich bis zu sechs Samenträger bildeten, die zum Schutz vor Wind an Stöcken befestigt wurden. Die reifen Samen wurden abgeschnitten, getrocknet und im nächsten Frühjahr ausgesät. Schnell verbreitete sich das Wissen, dass es in Rheinsheim einen ganz besonderen Futterrübensamen gab. Das Befestigen der Samenträger an einem Stock gab den Rheinsheimern den Uznamen „Stockriewer“.Ab dem Jahr 2002 begann für die Rheinsheimer Bevölkerung eine neue Ära für Veranstaltungen, insbesondere für die Fastnacht, als Heidemarie und Georg Friedrich das Sebastianusheim mit übergroßen Stockriewern aus Pappmaschee dekorierten. Auch das von Wolfgang Herberger und Sabine Werner für die Bürgerbälle gestaltete Bühnenbild wurde auf den Namen abgestimmt.
In der persönlichen Büttenrede von Heidemarie Friedrich war der Uzname das Leitthema. Die Närrinnen und Narren im Saal wurden nach ihren regionalen Uznamen eingeteilt. Die Gruppe der „Geese“ sind die Philippsburger, die „Herschbeck“ sind die Huttenheimer und die „Stockriewer“ sind die Rheinsheimer Fastnachter.
Es gab auch die Gruppierung der „Noigflickter“, das heißt, den Närrinnen und Narren, der nicht in Rheinsheim geborenen Bürgerinnen und Bürger.
In dieser Rede wurde Welfi Gessner, ein „Noigflickter“ und leidenschaftlicher Fastnachter, zur so genannten Ehrenstockrieb gekürt. Damit war er als echter Rheinsheimer akzeptiert und man durfte ihn ab sofort nicht mehr als „Noigflickter“ bezeichnen. In der Büttenrede von Heidemarie Friedrich wurde auch der Schlachtruf „Stockriewer Helau“ geboren und das Rheinsheimer Stockriewer-Lied erstmalig vorgetragen. Der Höhepunkt der Büttenrede war die Präsentation eines Umzugswagens in Form einer übergroßen Stockrieb, die von Georg Friedrich konstruiert, gesponsert und mit Hilfe der VfR-Rentnergruppe, sowie Freunden gebaut wurde. Der Wagen wurde der ARGE (Arbeitsgemeinschaft Rheinsheimer Ortsvereine) übergeben und sollte fortan den Fastnachtsumzug am Rosenmontag anführen. Eine als Stockriewer verkleidete Gruppe stürmte den Saal des Bürgerballs und versprach, die Ehrenstockrieb beim Umzug hinter dem Wagen zu begleiten. Dies war die Geburtsstunde des Titels der Ehrenstockrieb und einer Interessengemeinschaft „Rhosemer Stockriewer“. Ab diesem Zeitpunkt wurde, gemeinsam mit dem damaligen ARGE-Vorsitzenden Achim Fischer, jährlich eine neue Ehrenstockrieb bestimmt und mit einer Laudatio von Heidemarie Friedrich beim Bürgerball dem Narrenvolk vorgestellt.
Die Gruppe der Rhosemer Stockriewer wuchs jährlich an und nahm an Bedeutung innerhalb der Rheinsheimer Ortsgemeinschaft immer mehr zu. Die Stockriewer etablierten sich als fester Bestandteil der Rheinsheimer Fastnacht, so dass im Jahr 2005, unter dem Vorsitz von Heidemarie Friedrich, ein Club mit Satzung gegründet wurde.
Unter dem Vorsitz von Heidemarie Friedrich wurden in den folgenden Jahren verschiedene Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt:
- Auf dem Maibaum wurde ein Wetterhahn in Form einer Stockrieb montiert.
- Ab dem Jahr 2003 trafen sich alle Närrinnen und Narren jährlich zu Beginn der 5. Jahreszeit, am 11.11. um 11:11 Uhr, zu einem kleinen Umzug durch den Ort.
- Im Jahr 2005 fand dann das erste und im Jahr 2006 das zweite „Schlappägassenfest“ statt.
- Da die Inthronisation der Ehrenstockrieb einen immer größeren Raum einnahm, wurde beschlossen, ab dem Jahr 2006 die Inthronisation innerhalb einer eigenen Stockriewer-Veranstaltung durchzuführen.
- Unter dem Motto, „Einen Stern der deinen Namen trägt“ wurde in den Jahren 2007 bis 2009 die Rheinsheimer Weihnachtsbeleuchtung im ganzen Ort, mit je drei Sternen pro Straßenlaterne, installiert.
- Anlässlich der Jubiläumsfeier „1.225 Jahre Rheinsheim“ im Jahr 2009, fand der 1. Sommerkarneval auf dem Festplatz statt. Der Erlös über € 4.000,- ging als Spende zugunsten der Aktion Mensch.
- Im Jahr 2009 erfolgte auch die Aufstellung einer Stockriewer-Skulptur, geschnitzt aus Eichenholz, vor dem Festplatz.
- Im gleichen Jahr fand die 1. Frauensitzung statt.
- In Zusammenarbeit mit Uli Pfitzenmaier und dem Landesmuseum Karlsruhe wurde die Ausstellung „Schätze der Reginesheimer“ organisiert.
- Es folgte der Vereinswettbewerb in der „Schlappägass“ mit dem Motto „Wer kocht die beste Grummbeeresupp?“.
- Im Jahr 2012 wurde, unter dem Vorsitz von Heidemarie Friedrich, der Club der Rhosemer Stockriewer als Verein eingetragen unter dem Namen Rhosemer Stockriewer e.V.
- Im Laufe des Jahres 2013 fand der 2. Sommerkarneval auf dem Festplatz statt. Dabei wurde ein Blumenbeet unter dem Kreuz in der Ortsmitte angelegt, verbunden mit einem jährlichen Tulpenblütenfest.
- Im Jahr 2015 fand ein Männerballettwettbewerb der Ortsvereine statt.
Nach vielen ereignis- und erfolgreichen Jahren gab Heidemarie Friedrich, im Jahr 2016, den 1. Vorsitz des Rhosemer Stockriewer e.V., aus familiären Gründen, ab.
Heidemarie Friedrich, Inge Braun
„Stockriewer Helau“
Premiere: Der Dampfnudelverkauf im Jahr 2020
Nach den Neuwahlen, am 01. Juli 2020, waren die neu gewählten Vorstandsmitglieder, trotz der Corona-Pandemie, top motiviert und hatten Ideen für neue Investitionen. Jedoch wollte der Vorstand das Vereinsvermögen dafür nicht belasten. Vor diesem Hintergrund entwickelten die Vorstandsmitglieder die Idee eines Dampfnudelverkaufes. Der Verein fand bei seinem Vorhaben die Unterstützung durch die ortsansässige Bäckerei Udo Pagel, die dem Verein das Mehl für die Dampfnudeln, sowie ihre Backstube zur Verfügung stellte. Ebenfalls unterstützte der Hofladen Coenen das Vorhaben, indem sie die für die Kartoffelsuppe benötigten Kartoffeln spendeten. Mit diesem Rückenwind und vielen fleißigen Helfer:innen konnte das Abenteuer beginnen.
Es wurden Rezepte ausprobiert, mehrmals Probe gebacken und natürlich auch gekostet.
Aufgrund des strengen Versammlungsverbotes wurde ein Konzept mit getakteten Abholterminen für die Bevölkerung generalstabsmäßig geplant und durchgeführt. Als Fazit können wir mit Stolz sagen: Unsere Dampfnudeln mit Wein- oder Vanillesauce und die Kartoffelsuppe fanden reißenden Absatz, so dass wir restlos ausverkauft waren.
Auch die extra angefertigten Corona-Masken wurden gut verkauft. Ein Mundschutz mit dem Vereinsemblem, unserem „Stocki“, das gab es auch noch nie!
Doris Hormuth-Löffler
Aktion „Rent-a-Nikolaus“
Jedes Jahr am 6. Dezember leuchten die Kinderaugen, wenn der Nikolaus mit seinem Schlitten durch die Nacht fliegt und in die weihnachtlich geschmückten Wohnstuben der Familien einkehrt. Mit der Aktion „Rent-a-Nikolaus“ bringen Mitglieder der Rhosemer Stockriewer, verkleidet als Nikolaus, auch in Rheinsheim die Augen der Kinder zum Leuchten. Zur Vorbereitung erhält der Nikolaus von den jeweiligen Eltern vorab einige Stichworte zu ihren Sprösslingen, damit der zirka 15-minutige Besuch individuell und authentisch für jedes Mädchen und jeden Jungen wirkt. Auf Wunsch übergibt der rot-weiß-gekleidete Nikolaus auch die Geschenke der Eltern an die gespannten und neugierigen Kinder. Zusätzlich erhält jedes Kind auch ein Geschenk von den Rhosemer Stockriewer und eine „Dambedei“ aus der Rhosemer Bäckerei Pagel. Die Vorfreude auf den besonderen Abend ist selbst unter den Nikoläusen zu spüren, wenn sie in den prunkvoll geschmückten Wagen steigen, der sie nach und nach zu den bis dahin ahnungslosen Kindern chauffiert. Der „Schlitten“ der Rhosemer Stockriewer wird von Knecht Ruprecht mit seinem Bulldog sicher und elegant durch die Straßen von Rheinsheim gelenkt. Auch optisch ist das festlich leuchtende Bulldog-Gespann das Highlight des Abends in Rheinsheim. Unzählige Spaziergänger:innen und Autofahrer:innen bleiben stehen, um das funkelnde Zuggespann zu bewundern und mit den Nikoläusen und ihren Gehilfen ins Gespräch zu kommen. Jedoch am meisten freuen sich die vielen Mädchen und Jungen, die oftmals zuerst etwas schüchtern, aber dann sehr angetan vom Besuch des Nordpolbewohners, seiner Elfen und Wichteln sowie von Knecht Ruprecht sind. Der Nikolaus hat immer viel zu tun, wenn es heißt, zirka 60 Kinder aus Rheinsheim mit seinem funkelnden geschmückten Schlitten zu besuchen.
Bei allen Familien werden der Nikolaus und seine Gehilfen sehr freundlich und warmherzig in den weihnachtlichen geschmückten Heimen empfangen. Ein weihnachtliches Gedicht, einige Fragen und Worte vom Nikolaus an die Kinder und viele Geschenke machen den heimischen Besuch perfekt. Einige Sprösslinge malen für den Nikolaus ein Bild, tragen Verse vor oder singen sogar ein Lied. Die vorweihnachtliche Stimmung ist überall zu spüren und macht die Besuche zu etwas ganz Besonderem für Jung und Alt. Die freudebringenden Nikoläuse und ihre Gehilfen steigen am Ende des Abends zufrieden in ihren funkelnden „Schlitten“ und ziehen weiter in das Dunkel der Nacht hinaus – bis zum nächsten Jahr.
Heiko Werner, Sven Pless
„Rheinsheimer Puppen“
Es war das Jahr 2021 und die Corona-Pandemie hatte Deutschland fest im Griff. Nichts ging mehr. Ein Jahr ohne Fastnacht – die Mitglieder waren enttäuscht und sehr traurig. Doch da hatte der Vorstand die rettende Idee: Wenn schon nicht Fastnacht gefeiert werden konnte, dann sollte wenigstens der Ortskern fastnächtlich dekoriert werden. Unsere Pfälzerin Petra Neidig besorgte uns einen Puppen-Prototypen, Kostümwartin Clivia Tosseng entwarf Schnittmuster, eilig wurden alte Leinentücher gesammelt und an fleißige Näherinnen im Verein verteilt. Die Puppenkörper wurden in liebevoller Handarbeit mit Füllmaterial „zum Leben“ erweckt.
So konnte sich während der Pandemie jede und jeder trotzdem einbringen. Zur Perfektionierung kam unser Mitglied, die Künstlerin Carolin Eleonore Herberger aus dem Rhein-Neckar-Kreis, um den Puppen individuelle Gesichter zu geben und ihnen damit den letzten Schliff zu verpassen.
Angedacht war, dass 28 lebensgroße Puppen entstehen. Am Ende dieses Projektes entstanden jedoch über 80 einzigartige Fastnachtspuppen, welche die Durchgangsstraße in Rheinsheim dekorierten und den Durchfahrenden ein Lächeln ins Gesicht zauberten.
Aus einer in der Corona-Zeit geborene Idee wurde Tradition. Die Faschingspuppen zieren seitdem zur Faschingszeit die Straßen unseres Dorfes, besonders auf dem Weg des, von der ARGE organisierten, gigantischen Rosenmontagsumzuges. Extra von unseren Mitgliedern gebaute Sitzbänke und Schaukeln geben den Faschingspuppen einen besseren Halt, so dass sie auch Wind und Wetter standhalten.
Da wir mit der Aktion über die Ortsgrenzen hinausbekannt wurden, ziehen die Puppen jedes Jahr Besucher:innen an. Durchreisende halten an, um einige tolle Bilder von der Faschingspromenade zu schießen und Eltern spazieren mit ihren begeisterten Kindern durch die fastnächtlich gezierten Straßen. So bleiben die Rheinsheimer Faschingspuppen vor und während der Faschingszeit bei Klein und Groß in guter Erinnerung.
Heiko Werner, Sven Pless
Tanzkurs für Vereinsmitglieder
Als Verein zur Pflege des fastnächtlichen Brauchtums sind wir sehr stolz, einen vereinsinternen Tanzkurs für unsere Mitglieder anbieten zu können. Unser Tanzkurs findet seit September 2022 immer dienstags von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr im Sebastianusheim statt.
Unsere beiden Tanzlehrer, Ulrike Brosch und Timo Pless trainieren unsere Mitglieder in den Tänzen des Welttanzprogramms (WTP), also in den Tänzen Langsamer Walzer, Wiener Walzer, Tango, Foxtrott, Quickstep, Slowfoxtrott, Cha Cha Cha, Rumba, Samba, Salsa, Merengue, Boogie Woogie, Jive, Discofox, Blues, Nightclub Twostep und Paso Doble.
Beim Erlernen der Standard- und lateinamerikanischen Tänze stehen, neben den entsprechenden Tanzschritten und der dazu gehörenden Technik, vor allem aber die Freude an Bewegung zu schöner Musik und der Spaß im Vordergrund. Durch eine satte Portion Humor werden also auch regelmäßig die Lachmuskeln der Tänzer:innen trainiert.
Tanzen ist ein wunderschönes Hobby, das paarweise ausgeübt werden kann und gesund für Körper und Geist ist. Bewegung synchron mit seinem Partner bzw. seiner Partnerin zu schönen Melodien, in netter Gesellschaft. An solchen Abenden sind die Anstrengungen des Alltags für eine Weile vergessen.
Timo und Sven Pless
„Rheinsheim leuchtet“ – Die Rheinsheimer Weihnachtsbeleuchtung
Wer zur Weihnachtszeit durch Rheinsheim fährt, hat bestimmt bemerkt, dass Rheinsheim schon seit Jahren eine wunderschöne Weihnachtsbeleuchtung hat. Vor 17 Jahren, also im Jahre 2007, organisierten die Rhosemer Stockriewer, unter der Leitung der damaligen Vorsitzenden Heidemarie Friedrich, den Bau einer eigenen Rheinsheimer Weihnachtsbeleuchtung. Das damals aufgestellte Konzept „Ein Stern, der Deinen Namen trägt“, hat für die finanzielle Grundlage gesorgt, damit die Halterungen für die Sterne, sowie die Sterne selbst, geschweißt werden konnten. Die ersten Lichterschläuche wurden gekauft und die fertigen Sternebögen, mit je 3 Sternen, an die Straßenlaternen der Rheinsheimer Hauptstraßen angebracht. Seitdem lassen die Sterne unser Dorf zur Weihnachtszeit in einem Lichtermeer erstrahlen.
Jedes Jahr warten und reparieren wir, die Rhosemer Stockriewer, die Sterne und ersetzen defekte Lichterschläuche und nehmen kleine Montagearbeiten vor. In Kooperation mit dem Bauhof der Stadt Philippsburg werden jedes Jahr im Herbst die Sterne aus dem Lager geholt und dem Verein zum Lichtertest zur Verfügung gestellt. Nach dem Test und der Reparatur kümmert sich der Bauhof darum, dass die Sterne an die Straßenlaternen angebracht und während des so genannten Einschaltfestes offiziell eingeschaltet werden können. Der Abbau und die Einlagerung obliegen dann wieder dem Bauhof der Stadt Philippsburg. Die Deckung der Kosten für die Reparaturen erfolgt durch Einnahmen aus Vereinsfesten als auch öffentlicher und privater Spenden.
Im Jahr 2024 werden die Sterne grundsaniert. Sehr viele defekte Lichterschläuche und gebrochene Schweißnähte erfordern die Mithilfe aller Mitglieder. Etwa die Hälfte aller Sterne brauchen neue Lichterschläuche und viele Exemplare müssen handwerklich in der Werkstatt bearbeitet werden.
Alleine im Jahr 2024 werden annähernd 1.000 Meter an Lichterschläuchen und zirka 15.000 Kabelbinder verarbeitet. Die aufkommenden Kosten konnten durch einen großen Spendenaufruf größtenteils abgedeckt werden. An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an alle Spender:innen und Gönner:innen.
Nachdem die Grundsanierung abgeschlossen sein wird, werden wieder alle 219 glänzenden Sterne die Straßen von Rheinsheim schmücken. Die Rheinsheimer Bürger:innen können sich dann wieder über ihre leuchtenden Sterne in den Straßen freuen.
Heiko Werner
Frauenpower am Rhein
Die erste Frauensitzung der Rhosemer Stockriewer fand am 13. Februar 2009 statt. Die Rhosemer Stockriewer hatten zum ersten Mal zu einer Frauensitzung geladen. Über 400 Frauen drückten sich an der Eingangstür zum Sebastianusheim die Nasen platt, um die besten Plätze zu ergattern.
Das hochwertige Programm wurde fast ausschließlich von Rheinsheimer Künstler:innen gestaltet. Mit jeder Menge Musik, Damenhauskapellen, Büttenreden, Tanz- und Show-Acts moderierten Heidemarie Friedrich und Jasmine Kirschner durch den aufgeheizten Abend. Ein Höhepunkt jagte den anderen, es wurde viel vom „beschaulichen“ Dorfalltag berichtet. Hildegard Greiselwidich, alias Helga Kowohl, kam extra aus Kronau, um auf Männerfang zu gehen und fand dann ihr Glück bei unseren männlichen Bedienungen und dem Küchenteam.
Alle Närrinnen feierten von Anfang bis Ende ausgelassen in der erhitzten Halle. Ein Ende war lange nicht in Sicht. Bis zum heutigen Tag wird um eine Wiederholung dieser Veranstaltung gebeten. Der gesamte Erlös kam der Aktion Mensch zugute.
Helga Pagel
Grumbeersupp in der Schlappägass
Im Sommer 2009 luden die Rhosemer Stockriewer zum „Quetschekuche- und Grumbeeresupp- Wettbewerb“ in die so genannte Schlappägass, die eigentlich „Kleine Rheinstraße“ heißt, ein. Elf teilnehmende Rheinsheimer Ortsvereine nahmen an dem Wettbewerb teil.
Über 100 Familien saßen bei Sonnenscheinwetter in langen Bankreihen, um sich den Quetschekuche und die Grumbeeresupp schmecken zu lassen. In einer Schauküche von Küchenstudio Friedrich, bewertete eine Abordnung des „Clubs kochender Männer“, die verschiedenen Variationen von Kartoffelsuppen, deren Kartoffeln von Hans Coenens Acker stammten.
Der Cäcilienverein, der WSC Rheintreue und die Pfadfinder St. Georg waren die drei Gewinner des Wettbewerbs. An einem separaten Stand sorgte Heidemarie Friedrich mit einer Paten-Aktion dafür, dass die letzten der glänzenden Sterne der Rheinsheimer Weihnachtsbeleuchtung zum Leuchten kommen.
Zum Abschluss wurde, zur musikalischen Unterhaltung, der Song „Kartoffelacker“ von Sabine und Wolfgang Herberger und Heidemarie Friedrich zum Besten gegeben.
Text von unbekannt
Gaudi-Corona-Impfung 2021
Oder: Wir machen aus jeder Situation das Beste!
Außergewöhnliche Situationen erfordern besondere Ideen. Kein Problem für die Rhosemer Stockriewer.
Das damals amtierende Ehrenstockriewer-Paar konnte nach einjähriger Amtszeit, im November 2020, nicht entthronisiert werden. Aus Sicherheitsgründen wurden karnevalistische Aktivitäten, als auch größere Menschenansammlungen vom Winter 2020 bis zum Frühjahr 2021, zum Wohle der Bevölkerung, verständlicherweise untersagt. Uwe I. und Kerstin I. bedauerten dies natürlich und mit Wehmut dachten sie an den nahenden Rosenmontag. Es würde weder einen Empfang, noch einen Rosenmontagsumzug geben. Eine traurige Situation.
Aber da hatten die Beiden den Vorstand der Stockriewer unterschätzt, denn im Hintergrund wurde eine Idee geboren, die mit einer umfangreicher Planung und entsprechendem Aufwand umgesetzt wurde. In aller Herrgottsfrühe sollten die Beiden am Rosenmontag aus ihrem Haus herausgeklingelt und mit einem mitgebrachten Frühstück, natürlich Corona konform, nur im kleinen Kreis überrascht werden.
Nach 15 Minuten Dauerklingeln wurden wir endlich von einem sichtlich verschlafenen und verdutzten Ehrenstockriewer-Paar hereingebeten. Nach dem leckeren Frühstück kam dann die nächste Überraschung: Mit liebevoll gepackten Geschenktüten machten wir uns, aufgeteilt in Zweiergruppen, auf den Weg, den Mitgliedern eine „Gaudi-Impfung“ zu verabreichen.
In den Geschenktüten befanden sich Piccolos und Berliner, gespickt mit echten Spritzen und befüllt mit einem Serum namens Eierlikör. Nach vielen Kontaktbeschränkungen war es uns wichtig, ein kleines Lebenszeichen der Vorstandsmitglieder an die Vereinsfamilie zu überbringen. Alle Beschenkten sowie das Ehrenstockriewer-Paar waren überglücklich und freuten sich sehr und die Überraschung am Rosenmontag im Jahr 2021 war mehr als gelungen.
Doris Hormuth-Löffler
Heiße Nacht & heiße Rhythmen
Sommerkarneval in Rheinsheim. Die Copacabana wurde kurzerhand nach Rheinsheim verlegt.
Am 04. Juli 2009 präsentierten die Rhosemer Stockriewer, in Zusammenarbeit mit der Gymnastikgruppe Rheinsheim, des MGV Concordia Rheinsheim und dem VFR Rheinsheim, anlässlich der Jubiläumsfeier „1.225 Jahre Rheinsheim“, ein absolutes Highlight. Den 1. Sommerkarneval in Rheinsheim.
Der Wettergott sorgte für die heiße Nacht und die Mitglieder für die brasilianische Samba-Show als auch die heißen Rhythmen. Sehr viel Lebensfreude und Temperament brachten die 1.400 Gäste aus nah und fern mit.
Mit tollen, einfallsreichen Kostümen, aufwändiger Dekoration, liebevollen Kleinigkeiten und kulinarischen Köstlichkeiten der Rhosemer Stockriewer wurde aus dem Festplatz ein heißer Südamerikanischer Schauplatz und Achim Fischer moderierte das feurige Spektakel. Mit Show-Barkeeper, Samba-Tanzshows und einer Kostümprämierung wurde es eine unvergessliche Karnevalsnacht in Rheinsheim.
Um eine Wiederholung des Events wurde mehrfach gebeten, die dann auch tatsächlich folgte.
Helga Pagel
Sommerkarneval 2.0
Am 22. Juni 2013 war es endlich wieder soweit. Der 2. Sommerkarneval begeistert Rheinsheim. Gemeinsam mit dem MGV Concordia Rheinsheim stellten die Rhosemer Stockriewer erneut den Festplatz auf den Kopf.
Palmen wurden aus dem Garten von Hugo Rothenberger und von verschiedenen Baumschulen aufwendig auf den Festplatz gebracht. Ein kurzer heftiger Sturm brachte einige Tage vor der Veranstaltung fast alles zum Einstürzen. Aber die Rhosemer Stockriewer waren unglaublich motiviert, haben die Ärmel hochgekrempelt und nochmal anfangen.
Kurze Erinnerung an Insider: Die Zelt-Prozession
Begleitet von fetzigen, musikalischen Einlagen der Badener Schalmeien, führte erneut Achim Fischer, zusammen mit Heidemarie Friedrich als 1. Vorsitzende der Rhosemer Stockriewer und Wolfgang Herberger als 1. Vorsitzender des MGV, durch den Abend.
Kostümierte Besucher:innen aus nah und fern verwandelten den mit Palmen geschmückten Festplatz in eine südamerikanische Sommernacht.
Der lokale Sänger Tim Steinel bewies, was musikalisch alles in ihm steckt. Die Live-Band „Neue Revue Original“ und die Samba-Gruppe um Fabricio de Lima verwandelten die Bühne und den gesamten Palmen-Festplatz, mit einem tanzenden und rundum begeistertem Publikum, in eine unvergleichliche Sommernacht.
Helga Pagel
Über uns
Der Rhosemer Stockriewer e.V. ist ein Verein zur Pflege des fastnächtlichen Brauchtums in Rheinsheim, einem der drei Stadtteile Philippsburgs in Baden-Württemberg.
Der Verein ist sehr stolz auf seine engagierten Mitglieder, die voller Tatendrang, Elan und Freude mit immer neuen Ideen dafür sorgen, dass das schöne Rheinsheim immer schöner wird.
Neben den zahlreichen Aktivitäten rund um die Fastnacht bemüht sich dieser Verein das ganze Jahr darum, unterschiedlichste Feste und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen – nicht nur für seine Mitglieder, sondern auch für die Einwohner:innen aller Stadtteile Philippsburgs sowie Gäste, die dem Frohsinn und der Gemeinschaft zugewandt sind.
Doch zunächst möchten wir den interessierten Leserinnen und Lesern etwas zur Entstehung des Vereinsnamens erzählen:
Die Futterrübe (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. crassa bzw. var.alba), auch Stockrübe, Runkelrübe, Raahner, Vieh-Mangold, Burgunder-Rübe, Dickrübe genannt, ist eine landwirtschaftliche Kulturpflanze und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Die Stockrübe als solche wurde bisher wissenschaftlich noch nicht erwähnt. Sie ist eine zweijährige krautige Pflanze und bildet erst im zweiten Jahr einen Blütenstand und Samen aus.
Früher mussten die Rheinsheimer Bauern ihre Futterrüben selber ziehen, da sie kein Geld hatten, um den teuren Samen zu kaufen. Bei der Ernte wurden die schönsten Rüben, von denen man die besten Erbanlagen erwarten konnte, ausgelesen, behutsam nach Hause transportiert und sorgfältig im Scheunenkeller eingelagert. Dort haben sie über den Winter hinweg neue Blätter getrieben. Im Frühjahr wurden dann die Rüben in ein Beet gepflanzt und zwar so, dass nur die jungen Blätter aus der Erde ragten. Während der Wachstumsphase bildete sich zwischen den Blättern eine zirka 150 Zentimeter hohe Blütenstaude mit ihren Samenträgern aus. Zum Schutz vor Wind und Wetter wurde diese an einem Stock befestigt. Als der Samen reif war, hat man die Staude abgeschnitten und zum Trocknen auf den Dachboden gehängt. Im darauffolgenden Frühjahr ist der selbstgezogene Samen der „Stockrübe“ ausgesät worden.
Es sprach sich schnell herum, dass in Rheinsheim ein ganz besonderer Futterrübensamen gezogen wurde. Aus der gesamten Umgebung kamen die Bauern in unser Dorf, um den in seiner Form wohl einmaligen „Stockrübensamen“ zu kaufen.
Diesem Einfall der damaligen Rheinsheimer Bauern verdanken wir unseren originellen Uznamen „Stockrüben“, der im regionalen Akzent „Stockriewer“ gesprochen wird. Wie Sie als schlussfolgernde:r Leser:in nun sicher erkannt haben: Die Rheinsheimer sprechen ihren Heimatort Rheinsheim akzent-konsequenterweise „Rhose“ aus.
Text von ubekannt
Unsere kulinarischen Weinwanderungen in den Jahren 2021 und 2022
Das Jahr 2021:
Corona-Pandemie: Während der Pandemie überlegten sich die Vorstandsmitglieder, wie man denn, ohne die Gesundheit der Mitglieder zu gefährden, das Vereinsleben und die Kameradschaft am Leben erhalten könnte.
Überall im Umkreis, in Deutschland und eigentlich auf der ganzen Welt lag das Leben still. Alle Menschen waren ratlos und verunsichert. Wie sollte das Leben in dieser Situation weitergehen? Was würde aus unserem Verein werden?
Die Idee: Treffen durfte man sich in geschlossen Räumen nicht, wohl aber zu sportiven Zwecken an der frischen Luft. So entschlossen wir uns mutig, im Frühjahr/Sommer 2021 eine kulinarische Weinwanderung zu veranstalten. Der Rheinsheimer Tennisclub e.V. zeigte sich gerne bereit, sein Vereinsgelände als Start und Ziel bereitzustellen.
Die Planung: Unser Festausschuss plante die reichhaltige Speisekarte und besorgte Pfälzer Weine vom Weingut Spieß. Der Kreativausschuss dekorierte die Location und von Familie Johannes Jäger wurde ein toller Winzerwagen für diejenigen, die nicht so gut zu Fuß waren, ausgeliehen und an einen Bulldog angehängt. Unser Kassenwart richtete die einzelnen Stationen unterwegs ein und brachte Tische und Geschirr von A nach B. Alle halfen fleißig mit. Es war schon ein kleiner Kraftakt.
Unsere lieben Mitglieder, Erika und Kurt Brecht, luden den Verein ein, eine der Verköstigungsstationen auf deren pittoresken Weinberg „Villa Vinzenz“ zu platzieren.
Dann der Schock: Am Morgen der Veranstaltung machte sich unsere damalige 1. Vorsitzende Doris Hormuth-Löffler mit dem Fahrrad auf den Weg, um die Strecke sicherheitshalber nochmals abzufahren. Jedoch musste sie feststellen, dass Teile des Leinpfades überschwemmt und somit weder mit dem Wagen zu befahren, noch zu Fuß begangen werden konnten. Aber die Stockriewer ließen sich davon keineswegs beeindrucken und schnell wurde eine mindestens genauso schöne Ersatzstrecke gefunden. Auch an Gernots Grumbeere-Acker kamen wir vorbei, an dem es einige besondere Schnäpse zu probieren gab.
Fazit: Nach einer wunderschönen, sonnigen Wanderung kochte unsere Petra Neidig, nach all dem leckeren Fingerfood und den sehr guten Weinen, noch ein super feines Menü. Bei Wein, Tanz und Gesang feierten wir mit unserer Stockriewer-Band bis in die späten Stunden glücklich und ausgelassen.
Das Jahr 2022:
Auch im Folgejahr wurde eine kulinarische Weinwanderung veranstaltet. Mit um die 70 Teilnehmenden war dieses Event auch wieder ein beachtlicher Erfolg. Die Location war dieses Mal der Kanu- und Kayakklub Rheinsheim (KVB). Tagelang wurde gekocht und gebacken, dekoriert und aufgebaut. Ein anderes Weingut wurde ausprobiert. Melissa Bender, vom Weingut Bender, ließ es sich nicht nehmen mitzulaufen und uns bei jeder Station ihre Weine fachkundig zu erklären. Familie Neidig grillte am Abend und ein wunderschöner, sonniger Tag ging mit Singen und Lachen fröhlich zu Ende.
Fazit: Zwei unbeschreiblich schöne Weinwanderungen. Liebevoll selbstgemachte Leckereien, besondere Pfälzer Weine, viele unbekannte Pfade in und um Rheinsheim wurden entdeckt, ausgelassene Stimmung sowie eine frohe Erkenntnis: Trotz einer Pandemie in der Welt und um das Wohl der Vereinsfamilie bedacht, haben die Vorstandsmitglieder des Vereines zwei erfolgreiche Events aus dem Boden gestampft.
Doris Hormuth-Löffler